Gamaschen

 

 

Stoffgamaschen

 
 
1868 führte man bereits "Kamaschen vom Pantalon-Tuche, im Schnitt wie bisher" ein. Sie sollten verhindern, dass Schmutz, Nässe, Steine usw. in die Schuhe eindringen, vor allem beim Tragen der Pantalons.
Die lichtblauen Gamaschen waren mit Futterleinwand gefüttert und mit Strupfen aus Leder versehen, welche einen besseren Sitz unterstützten. Sie bedeckten den Oberteil des Fußes und reichten bis an die Waden.
 
     

In der Innenseite des Vorderteils befanden sich sechs Knopflöcher, am Hinterteil entsprechend sechs Knöpfe aus Horn.
Man konnte die Gamaschen unter oder über den Pantalons tragen. Getragen wurde die Gamaschen nur bei Regenwetter oder besonders schmutzigen Verhältnissen, im Winter auch unter den Pantalons. Nicht getragen wurden sie im Tornister aufbewahrt. Sie wurden in sieben Größen produziert und die Länge (Höhe) lag zwischen 25,5 und 28,3 cm.
Mit der Einführung der Hechtgrauen Montur wurden die Gamaschen auch aus deren Stoff hergestellt und statt der Hornknöpfe verwendete man solche aus Zink.
Kadetten und Mannschaften hatten die Gamaschen nur von November bis März zu tragen. Bei nassem Boden über, sonst unter den Pantalons.

     

Feldgraue Gamasche - Innenseite

 

Feldgraue Gamasche - Außenseite

 

Fotos: Die Adjustierung des kuk Heeres 1915-1918 - Verlagbuchhandlung Stöhr

     

Bei Einführung der feldgrauen Farbe wurden die Gamaschen ebenfalls aus diesem Stoff hergestellt.

 

 

 

Ledergamaschen

 
Für Offiziere bzw. andere Berittene bei den Fußtruppen waren seit 1905 Ledergamaschen aus braunem Leder vorgesehen. Diese wurden noch im Ersten Weltkrieg getragen.

Sie bestanden aus braunen Oberleder und aus einem inneren und einem äußeren Wadenteil. Beide Teile waren entsprechend geformt. Oben gleich hoch und mit einem zweiteiligen Umlaufriemen ausgestattet.
An der Längsseite des inneren Wadenteils findet sich eine Schnalle. Sie bildet das Gegenstück des Umlaufriemens.
Diese Ledergamaschen wurden zu den Schuhen oder Stiefeletten von berittenen Offizieren, außer bei Paraden, immer getragen.
Die Ledergamaschen fanden im Weltkrieg weite Verbreitung und wurden nicht nur von Offizieren getragen.
Es gab auch ein Modell ohne Umlaufriemen in schwarzer und brauner Ausführung.
 

 

 
 

Wickelgamaschen

 
Sie wurden in großer Stückzahl und verschiedenen Farbnuancen an die Truppe ausgegeben.
Die Wickelgamaschen waren ein Band mit 8 cm Breite und hatten am unteren Ende ein Haftel zu Einhängen in die Schuhbänder der Schnürschuhe. Man wickelte das Band spiralförmig und überlappend um den Unterschenkel und befestigte es unterhalb des Knies mit angenähten Bändern oder Patentverschluss. Die Wickelgamaschen schützten bedingt vor Nässe und Dornen. Das richtige Anlegen erforderte etwas Übung.

Die Gamaschen wurden aus unterschiedlichen Materialien wie Loden, gewirktem Garn oder Tuch hergestellt. Am besten bewährten sich elastische Stoffe.
 
 
 
 

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